Im Mondenschein

Meine Tränen fließen leis',
gefrieren noch im Fall zu Eis,
zerbrechen auf hartem Gestein,
klirrend im hellen Mondenschein.

So rein und kühl doch diese Nacht,
mein Herz mich um den Verstand gebracht.

Wissend, mein Wesen finde ich in deiner Nähe wieder,
doch bist du fern, so zerreißt es mir Herz und Glieder.

Denn die Sehnsucht klopft leis',
verwandelt meinen Körper zu ewigem Eis,
ohne dich zerbreche ich auf hartem Gestein,
klirrend, denn du bist mein Mondenschein. 

1.9.10 05:07, kommentieren

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Die Nacht

Die Nacht voran geschritten, der Zeiger auf dem Ziffernblatt davon geritten, mein Herz seit Tagen nur gelitten, mein Leben scheinbar von des Welten Leben abgeschnitten.
Suche ich mein Heil im Schlafe, meine Sehnsucht, ihr Bild in meinem Kopf als Strafe, sie doch nur wieder zu sehen, um für immer an ihrer Seite zu stehen.

1.9.10 05:06, kommentieren

Vom kleinen Herzen und seinen Schmerzen ....

Seit Tagen ging es dem kleinen Herz nicht gut. Ständig schlug es heftig und konnte nicht einschlafen. Das kleine Herz wusste nicht mehr, was es noch machen sollte. Es fragte um Rat. Zuerst den Magen, doch auch der Magen war nicht in Stimmung. Dann die Lunge, diese konnte allerdings selbst seit einiger Zeit nicht vernünftig atmen lassen. Auch die kleinen Händen zitterten oftmals. Egal, wen das kleine Herz auch bat – keiner wusste eine Antwort.
So blieb dem kleinen Herz nichts anderes übrig, als sich dem Gehirn zuzuwenden. Dieses hat eigentlich immer eine Antwort parat, doch als das kleine Herz fragte, wieso es denn in letzter Zeit so heftig schlug und es sich manchmal so bedrückt vorkam, bedauerte auch das Gehirn: „Mein kleines Herz, oft weiß ich, was zu tun ist, doch leider kann ich dich dieses Mal nicht helfen. Du musst dich schon selbst auf die Reise machen und sehen, was dich so zum Pochen bringt.“
So richtig wusste das kleine Herz auch nicht, was es jetzt zu tun hatte. Irgendwann kam ihm jedoch die Idee, sich hinaus zu wagen in die große, weite Welt und zu schauen, was der Grund für das Pochen und Schlagen ist. Zuerst ging das kleine Herz die Straßen entlang. Es blickte sich überall um, doch nichts geschah. Alles beim Alten. Langsam ging es weiter und es stapfte durch den Park. Ein wunderschönes Naturschauspiel bot sich dort, als sich zwei kleine Vögel Eichhörnchen neckisch ihre Nüsse zuspielten. Doch eine richtige Klärung seines Befindens, konnte das kleine Herz auch hier nicht feststellen.
Das kleine Herz zog weiter und weiter. Über Stock und über Stein, durch Täler und über Berge, doch egal, was es auch tat, so richtig zufrieden war es nie mit den Antworten. Dabei traf das Herz auch auf viele Menschen, jung und alt, die alle möglichen Auskünfte erteilten. Die einen sagten, man müsse nur immer dem Herzen folgen, die anderen meinten, immer der Nase nach, wieder andere glaubten, diese Frage kann keiner beantworten, und ganz andere meinten, die Zeit wird alles zeigen.
Vor allem über die Äußerungen über das Herz musste das kleine Herz sehr lachen – war es denn nicht das kleine Herz selbst, das nach einer Antwort suchte? Schmunzelnd marschierte das kleine Herz weiter. Tapfer, denn immer noch spürte es dieses Pochen. Manchmal heftig, manchmal aber auch etwas weniger. Aber eigentlich war es immer da, dieses Schlagen.
Nach einigen Tagen brauchte das kleine Herz aber unbedingt eine Pause. Gerade sah es einen schönen Platz und dachte sich, hier möge es doch hübsch sein. Und tatsächlich, die Sonne schien, der Himmel ein Anstrich in einem schimmerndem weiß-blau. Hier wollte sich das kleine Herz erst einmal zur Ruhe setzen. Auch die Zunge meldete sich jetzt zu Wort und verlangte nach einem Glas Wasser. Doch gerade als die Zunge die letzten Worte ausgesprochen hatte, zog sich das Herz zusammen, die Atemwege stockten, die Händen fingen wieder an zu zittern. Was geschieht mit mir, fragte das kleine Herz. Das kleine Herz blickte sich um. Und plötzlich schlug es nicht mehr, es blieb beinahe stehen. Nur noch ganz wenige Schläge, diese aber unbarmherzig laut. Das kleine Herz hatte so etwas noch nie gespürt, nicht in dieser Intensität. In dieser Notsituation fragte das kleine Herz das Gehirn noch einmal um Hilfe: „Was ist mit mir los, warum fühle ich mich plötzlich so schwach?“
Das Gehirn wartete ein paar Sekunden, ehe es sprach: „Mein kleines Herz...dir ist etwas Außergewöhnliches widerfahren. Etwas alltägliches für viele, viele Menschen und doch etwas so einzigartiges. Das Geschenk, das man dir bereitet hat, ist das Gefühl von Geborgenheit, Zuneigung.“
Das kleine Herz verstand nicht recht. Das Gehirn sprach mit Engelsgeduld weiter: „Das Auge hat es mir gerade zugeflüstert. Hat die Zunge nicht schon vor Tagen genau an diesem Ort ein Wasser bestellt? Und das wunderschöne Mädchen, dass das Auge gerade wieder gesehen hat, hat dir, mein kleines Herz, dieses atemraubende und fesselnde Pochen und Schlagen geschenkt.“
Jetzt wusste das kleine Herz, was mit ihm geschehen war. „Ich verstehe“, antwortete das kleine Herz, „und was ist jetzt zu tun?“
„Das, mein kleines Herz, das musst du dir jetzt selbst überlegen.“
Und so tippte das kleine Herz fleißig diese Zeilen ein, um zu sagen, dass das Schönste an manchen Menschen ist, dass sie wie ein Herzbeben sind, das erschüttert bis ins Mark.

18.8.10 03:18, kommentieren

Worte

Manchmal ist es schwer, Worten zu glauben,

sind Worte doch oft nur wie Tauben,

die, wenn sie den Käfig verlassen,

nur Erinnerungen an jenem Orte zurücke lassen.

 

- Doch hör zu, was ich dir zu sagen habe,

nagel mich darauf fest auch vor meinem Grabe -

 

Ich halte zu dir auch in stürmischen Zeiten,

werde dich durch die ganze Welt begleiten,

werde treu an deiner Seite stehen,

wenn auch deine letzten Freunde von dir gehen.

 

- Lass diese Worte in dir erklingen und dein Herz von diesen umschlingen -

 

Und auch wenn es manchmal schwer ist Worten zu glauben,

diese Worte kann ich mir erlauben,

denn würde ich dich je verlassen,

müsste ich mich bis zu meinem eigenen Tode hasse. 

18.7.10 03:31, kommentieren

Nebelschwaden

 

Nebelschwaden ziehen über das Land.Die Flamme des Westens verlischt.

Leise breiten sich die Schatten aus. Das Land verwüstet von den Patrouillen der Angst.

Die letzten Atemzüge der Hoffnung ersticken im schwarzen Dunst der

Tyrannei. Entsetzen bahnt sich den Weg über die kahlen Hügel, die einst voller Glanz im Licht der Sonne stolz ihre Größe zeigten.

Das Blut gefriert zu Eis, zerbricht in stiller Trauer und verlässt die Gefilde der Welt in einem kurzen, aber schmerzenden Schrei der Melancholie.

1 Kommentar 16.7.10 23:18, kommentieren

Kissenschlacht

 

Leg ich mich des Nachts ins Kissen,

plagt mich grausam mein Gewissen.

Wo ist der Tag geblieben,

denn steht ja geschrieben: Carpe diem...


Liegt in jedem Ende auch ein neuer Beginn,

frage ich mich trotzdem, wo ist der Tag nur hin?

Habe ich den Tag auch gut gefüllt

oder hat sich schon ein Kleid des Vergessens um ihn gehüllt?

Fragen, die in Nächten nur in deren Köpfen geistern,

denen es nicht gelingt, ihr Leben zu meistern.

Ein kluger Mann blickt nicht zurück,

sondern ein jener versucht im nächsten Augenblick sein Glück.

16.7.10 23:16, kommentieren

Bündnisse

Kann man halten, was man verspricht,

ist es nicht vielmehr so, dass jeder Vorsatz irgendwann einmal zerbricht?

 

Sich gegenseitig zu vertrauen,

eine unüberwindbare Festung bauen,

blind sich dem anderen hinzugeben,

miteinander das Leben leben?

 

In guten wie in schlechten Zeiten,

sich stets begleiten,

in Freude und im Leid,

führt diese Bund nicht doch zu weit?

 

Kann man halten, was man verspricht, 

ist es nicht vielmehr so, dass jeder Vorsatz irgendwann einmal zerbricht?

13.7.10 17:36, kommentieren